Spezialisierte Therapiegruppe bei Essstörungen

Essstörungen sind schwere und komplexe psychosomatische Erkrankungen.

Hat sich einmal ein suchtartiges Essverhalten entwickelt, ist ein selbständiges Herauskommen für viele sehr schwer bis unmöglich. Zu Beginn der Erkrankung realisieren Betroffene oft nicht, dass sie krank sind, später wird die Einsicht abgewehrt. Scham, Ängste, auch Trotz im Kontext mit dem Ringen um die Selbstbestimmung und die Macht der suchtartigen Krankheitsanteile führen dazu, dass sich die Betroffenen nur schwer für eine therapeutische Hilfe öffnen. Die Krankheit chronifiziert. Die meisten PatientInnen, die zu mir kommen, haben schon seit der Jugend stationäre und ambulante Behandlungen hinter sich, ohne vollständig genesen zu sein oder erleiden in Belastungs- und Schwellensituationen des Lebens Rückfälle. All dies gehört zum Krankheitsverlauf, deren Behandlung viel Beharrlichkeit und Geduld erfordert.

Hinter dem suchtartigen Essverhalten, das sowohl in den Behandlungen als auch im Leben der Betroffenen einen großen Raum einnimmt, liegen seelische und zwischenmenschliche Konflikte, die es im Rahmen einer Psychotherapie aufzudecken, zu verstehen und zu bewältigen gilt.

So ist ein Ziel der Therapie, das krank machende Essverhalten in ein gesünderes zu überführen. Wir vereinbaren hierfür ein Arbeitsbündnis.

Wir beschäftigen uns mit dem Essverhalten. Wie ist es entstanden, wodurch wird es ausgelöst, aufrecht erhalten und verstärkt? Wo hat die Essstörung sich verselbstständigt und das Ruder übernommen, wo tragen Sie die Verantwortung für Ihr Tun?

Das Herzstück der Behandlung ist jedoch das Verstehen der Symptomatik als Stellvertreter für innere und Beziehungskonflikte. Was fühle ich, kann ich mich selbst verstehen und zu mir stehen, wo sind meine Grenzen und die des anderen und wie reguliere ich das alles in mir und auch zwischenmenschlich?

Wir beschäftigen uns mit Ihrer Körper- und Selbstwahrnehmung und ihrem Beziehungserleben. Wir arbeiten an Ihrem Erleben von Konflikten und daran, diese zuzulassen, auszuhalten und diese aktiv regulieren zu können, so dass sich Lebensqualität und Lebenslust einstellt. Ich möchte, dass Sie Ihr Leben selbstbestimmter und befriedigender gestalten können, sich selbst wahrnehmen und lieben lernen so wie Sie sind, mit allem, was Sie sind und mit allem, was sie auch nicht sind, damit Sie sich weiterentwickeln können.

Die spezialisierte Therapiegruppe, die ich in meiner Praxis anbiete, ist entsprechend den Anforderungen der Behandlung von Essstörungen modifiziert, d.h. sie ist störungsspezifisch. Es nehmen PatientInnen mit Anorexie, Bulimie und Binge Eating teil.

Für untergewichtige PatientInnen liegt die Grenze für die Teilnahme an einer ambulanten Therapie bei einem BMI von 16. Bei einem geringeren BMI ist die stationäre Aufnahme zu erwägen, bei einem BMI von 14,5 ist sie indiziert. Wegen der Eigendynamik der Erkrankung arbeiten wir von Therapiebeginn an und oft während der gesamten Therapiezeit am Essverhalten. Zu Beginn der Therapie gilt es, bei Untergewicht 500 g pro Woche Gewicht zuzunehmen bis Normalgewicht erreicht ist (BMI 19), in der Folge gilt es, erneute Gewichtsabnahmen zu stoppen. Bei allen Schwankungen sollten in den ersten drei Monaten einer ambulanten Behandlung eine stetige Gewichtszunahme erfolgen. Wenn dies nicht erreicht werden kann, muss eine alternative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Immer noch gilt der Satz von der Psychotherapeutin Hilde Bruch, die sich sehr intensiv mit der Behandlung von Essstörungen beschäftigte, „Mit einem Patienten, der hungert, kann man keine sinnvolle therapeutische Arbeit leisten“.

Für einen Therapieerfolg ist es also zwingend notwendig, dass Sie eine Therapie wirklich möchten und Ihre Kraft  entsprechend bündeln.

Ebenso wie bei stationären Therapien ist es bei der ambulanten Behandlung hilfreich, nicht allein zu sein. Hierbei hilft die Gruppentherapie. Daneben ist es empfehlenswert, eine gute und vertrauensvolle Anbindung an eine Hausärztin oder einen Hausarzt zu haben. Manchmal ist eine zusätzlich begleitende Ernährungsberatung hilfreich. Bei entsprechender Verordnung übernimmt Ihre Krankenkasse hierfür einen Teil der Kosten.

Die Kosten für das Erstgespräch sowie für alle weiteren Leistungen in meiner Praxis werden von Ihrer Krankenkasse übernommen. Eine Überweisung ist nicht notwendig.

 

Vereinbaren Sie zur Beratung und zum Kennenlernen gerne einen Vorgesprächstermin in meiner Psychotherapeutischen Sprechstunde direkt online oder telefonisch oder per email.

 

Nützliche Links:

Dick & Dünn e.V., Beratungsstelle bei Ess-Störungen

Charité

Theodor-Wenzel-Werk e.V.