Analytisch-interaktionelle Gruppentherapie für junge, türkischsprachige Erwachsene

In meiner Praxis biete ich eine analytisch-interaktionelle Langzeitgruppe in türkischer Sprache für junge Erwachsene mit türkischem Migrationshintergrund an. Diese Gruppe richtet sich an Menschen, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind und die Herausforderungen von Beruf, Identitätsentwicklung und persönlicher Orientierung in einem neuen Lebensumfeld erleben.

Der Übergang in ein neues gesellschaftliches, sprachliches und berufliches Umfeld ist ein bedeutender Lebensabschnitt, der zusätzlich zu den allgemeinen Entwicklungsaufgaben junger Erwachsene zu konkreten psychischen Belastungen führen kann. Forschende beschreiben, dass Akkulturation – also das Anpassungserleben zwischen Herkunfts- und Aufnahme-kultur – und damit verbundene Stressfaktoren stark mit depressiven Symptomen, Gefühlen von Isolation und psychosozialem Stress verknüpft sind. Eine Balance zwischen Bewahrung der Herkunftskultur und Teilnahme an der neuen Gesellschaft kann für die psychische Gesundheit schützend wirken, während ein Gefühl von Fremdheit und fehlender Zugehörigkeit belastend ist.

Zu den typischen Belastungen, die junge Migrant:innen erleben, zählen unter anderem:

• Akkulturationsstress: die psychische Belastung, die entsteht, wenn man zwischen zwei Kulturen steht und versucht, Sprache, soziale Normen und Lebensweisen zu integrieren.

• Sprache und soziale Orientierung: Schwierigkeiten in der Kommunikation und im Aufbau stabiler sozialer Netzwerke können zu Gefühlen von Unsicherheit und Isolation beitragen.

• Verlust und Neuorientierung: Trennung von vertrauten sozialen Netzwerken, Freundschaften und kulturellen Bezugspunkten, die früher stützend waren.

• Berufliche und akademische Erwartungen: Hohe Erwartungen an berufliche Integration und Leistung können Stress und Selbstzweifel verstärken, wenn diese Ziele schwieriger erreichbar sind.

• Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, dass psychische Beschwerden bei Migrant:innen oft nicht nur als „klassische“ depressive Symptome erlebt werden, sondern auch somatische Beschwerden, Erschöpfung, Spannung oder körperliche Beschwerden umfassen können, die im Kontext von Stress und Anpassungsdruck stehen.

Wie hilft die analytisch-interaktionelle Gruppe?

Die analytisch-interaktionelle Gruppentherapie ist ein tiefenpsychologisch orientiertes Langzeitangebot, in dem die sozialen Erfahrungen und inneren Konflikte der Teilnehmenden im interaktionellen Feld der Gruppe erlebbar und sprachlich fassbar werden. In einem sicheren Rahmen können aktuelle und wiederkehrende Beziehungs- und Erlebensmuster bewusst gemacht, reflektiert und gemeinsam bearbeitet werden.

Die türkische Sprache und ein kulturell sensibler Rahmen erleichtern dabei das Ausdrücken emotionaler Erfahrungen und innerer Konflikte, die oft schwer in Worte zu fassen sind, insbesondere wenn Migrationserfahrungen und biografische Herausforderungen zusammenwirken.

Ziel der analytisch-interaktionellen Gruppe ist es, nicht nur Symptome zu lindern, sondern tiefere innere Strukturen, Beziehungsdynamiken und Identitätsprozesse zu verstehen und zu verändern. Durch die gemeinsame Arbeit in der Gruppe können Teilnehmende ein stärkeres Gefühl von Selbstverständnis, Verbundenheit und innerer Orientierung entwickeln.

Die Kosten für das Erstgespräch sowie für alle weiteren Leistungen in meiner Praxis werden von Ihrer Krankenkasse übernommen. Eine Überweisung ist nicht notwendig.

Wenn Sie weitere Fragen zu Ablauf, Zielen und konkreten Themen haben oder an einem Erstgespräch interessiert sind, freue ich mich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Vereinbaren Sie zur Beratung und zum Kennenlernen gerne einen Vorgesprächstermin in meiner Psychotherapeutischen Sprechstunde gerne per E-Mail oder direkt über die Buchungsportale Jameda oder Doctolib.