Spezialisierte Therapiegruppe für PatientInnen mit somatoformen Schmerzstörungen

Chronische Schmerzen stellen für viele Menschen eine tiefgreifende körperliche und seelische Belastung dar. Auch wenn umfangreiche medizinische Abklärungen erfolgt sind oder organische Befunde die Intensität der Beschwerden nicht ausreichend erklären können, sind die Schmerzen real, quälend und alltagsbestimmend. Die Sprechstunde für Patient:innen mit somatoformen und chronischen Schmerzen richtet sich an Menschen, die unter anhaltenden Schmerzsyndromen leiden und sich eine psychotherapeutische Unterstützung im Umgang mit diesen Beschwerden wünschen.

Viele Betroffene erleben im Verlauf chronischer Schmerzen eine zunehmende Erschöpfung, Hilflosigkeit und innere Anspannung. Nicht selten kommen depressive Verstimmungen, Ängste, Schlafstörungen oder ein Gefühl des Ausgeliefertseins hinzu. Der eigene Körper wird häufig als unberechenbar, fremd oder bedrohlich erlebt. Die ständige Auseinandersetzung mit Schmerz kann das Selbstbild nachhaltig verändern und Fragen nach Kontrolle, Belastbarkeit, Identität und Lebenssinn aufwerfen.

Chronischer Schmerz wirkt sich zudem oft erheblich auf zwischenmenschliche Beziehungen aus. Rollen in Partnerschaft, Familie oder Beruf verändern sich, Rückzug und soziale Isolation nehmen zu. Gleichzeitig fühlen sich viele Patient:innen missverstanden oder nicht ernst genommen – sowohl im privaten Umfeld als auch im medizinischen Kontext. Der wiederholte Versuch, die eigenen Beschwerden zu erklären oder zu legitimieren, kann beschämend und entmutigend sein.

In meiner schmerzpsychotherapeutischen Sprechstunde steht zunächst das gemeinsame Verstehen im Vordergrund: Wie haben sich die Schmerzen entwickelt? In welchen Lebenszusammenhängen sind sie aufgetreten oder haben sich verstärkt? Welche inneren Konflikte, Belastungen oder Beziehungserfahrungen stehen möglicherweise mit dem Schmerzgeschehen in Verbindung? In der psychosomatischen Schmerzforschung gilt chronischer Schmerz nicht als rein körperliches Phänomen, sondern als komplexes Zusammenspiel von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren. Häufig fungieren Schmerzen dabei als Ausdruck innerer Spannungen, unbewusster Konflikte oder nicht verarbeiteter emotionaler Erfahrungen.

Die schmerztherapeutische Sprechstunde dient zugleich als Vorgespräch für die Teilnahme an meiner spezialisierten analytisch-interaktionellen Therapiegruppe für Schmerzpatient:innen. In diesem Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob eine Gruppentherapie für Sie geeignet ist oder ob zunächst eine andere Behandlungsform sinnvoll erscheint.

Die analytisch-interaktionelle Gruppentherapie bietet einen geschützten Rahmen für Menschen mit dem gemeinsamen Thema „chronischer Schmerz“. Viele Patient:innen empfinden es als große Entlastung, anderen zu begegnen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Gefühl, mit den eigenen Beschwerden allein zu sein oder sich ständig rechtfertigen zu müssen, kann sich in der Gruppe deutlich verringern. Schmerz wird hier nicht infrage gestellt, sondern als subjektiv reale Erfahrung ernst genommen.

In der analytisch orientierten Gruppenarbeit stehen nicht nur die aktuellen Schmerzen im Mittelpunkt, sondern auch die emotionalen und zwischenmenschlichen Prozesse, die mit ihnen verbunden sind. Wiederkehrende Beziehungsmuster, unbewusste Affekte wie Wut, Ohnmacht, Schuld oder Scham sowie innere Konflikte können im Gruppengeschehen sichtbar, benennbar und verstehbar werden. Die Gruppe ermöglicht neue Beziehungserfahrungen, die sich regulierend auf das innere Erleben und damit auch auf das Schmerzgeschehen auswirken können.

Ziel der Behandlung ist es nicht, Schmerzen „wegzutherapieren“, sondern einen differenzierteren inneren Umgang mit ihnen zu entwickeln, emotionale Belastungen zu reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Viele Patient:innen berichten im Verlauf über eine Abnahme der Schmerzdynamik, eine größere innere Stabilität und ein gestärktes Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Die Kosten für die schmerzpsychotherapeutische Sprechstunde sowie eine anschließende Gruppentherapie werden von den Krankenkassen übernommen.

Gerne berate ich Sie ausführlich.

 

Vereinbaren Sie zur Beratung und zum Kennenlernen gerne einen Vorgesprächstermin in meiner Psychotherapeutischen Sprechstunde gerne per E-Mail oder direkt über die Buchungsportale Jameda oder Doctolib.

 

Nützliche Links:

Charité

Theodor-Wenzel-Werk e. V.

Wenn der Schmerz im Gehirn entsteht